Begegnung mit Lame Deer

(Wie ich zur Schwitzhütte kam)

Viele Seminare hatte ich besucht, viele Therapeuten kennen gelernt. Aber ich hatte das Gefühl, mich bei meiner spirituellen Suche im Kreis zu bewegen und in mir wuchs der Wunsch nach einem richtigen Lehrer.
Wie das gehen sollte, war mir völlig unklar, denn zu diesem Zeitpunkt lebte ich im Osten Deutschlands und die Grenze war gerade ein Jahr offen.
Wenig später fiel mir durch einen Freund ein Buch des Lakotahäuptlings John Fire Lame Deer in die Hände. Beim Lesen bekam ich eine Gänsehaut nach der anderen – was ich dort las, sprach mich von innen heraus an, war das, was ich schon irgendwie in mir trug. Leider war der Autor schon lange tot.
Ich sandte ein inniges Gebet ins Universum, dass ich so einen Lehrer brauchte.
Wenige Tage später fuhren wir in die Nemitzer Heide in den Urlaub.

Dort verirrten wir uns auf der Suche nach einem See im Wald.
Und plötzlich auf einer Lichtung sah ich Tipis stehen.
Etwas schüchtern ging ich hin und fragte, was da los wäre.
„Wir haben hier ein Seminar mit Lame Deer “ rief jemand.
„Aber der ist doch tot “ antwortete ich.
„Nein mit dem Sohn, Archie Fire Lame Deer.“ erfuhr ich.
Manchmal ist es erstaunlich, wie das Leben Dinge arrangiert.
Ziemlich aufgeregt, bat ich ihn zu treffen. Man ließ mich lange warten und schickte mich dann doch fort, ohne dass ich ihn sehen konnte. Vier mal kam ich wieder und jedes Mal machten sie das mit mir. Am 4. Tag, ich hatte schon 4 Stunden gewartet, nahm ich mir vor nie mehr wieder zu kommen, da rief er mich zu sich.
Ein Mann wie ein Bär, ein Vollblutindianer um die fünfzig Jahre mit immenser Präsenz und wissenden Augen.
Ich fiel sofort in Liebe. Er lud mich für dieselbe Nacht um 4 Uhr zur Morgenschwitzhütte ein. Ich hatte keine Ahnung, was auf mich zukommen würde und ging während dieser Hütte durch einiges, aber ich hatte meinen Lehrer gefunden.
Lange wich ich ihm nicht von der Seite, versuchte jedes für mich erreichbare Seminar zu besuchen.
Als wir dann den Platz für unser Seminarhaus gefunden hatten, fragte ich ihn, wie es Brauch ist, während einer Pause der Schwitzhütte mit der heiligen Pfeife, ob ich seine Organisatorin in Süddeutschland werden dürfte. Mein ganzes Herz hatte ich in diese Frage gelegt und er sagte ja.
Kurz darauf bekam ich von seiner Tochter Josephine, ich war gerade mit meinem 2. Sohn schwanger, den Kopf einer heiligen Pfeife geschenkt, demütig fertigte ich den Stiel dafür an.
Nun begann ich einen Kreis aufzubauen. Monatlich leitete ich Schwitzhütten für Männer und Frauen. Am Anfang war das nicht immer einfach für mich, erstens als Frau und zweitens mit 1000 anderen Aufgaben, aber nach und nach bekam ich Hilfe.
Beim zweiten Seminar in unserem Seminarhaus bekam ich von Lame Deer noch eine fertige heilige Pfeife für die Gruppe an unserem Platz geschenkt.
Ich beschäftigte mich auch mit anderen Wegen der Selbstfindung, ging zum Satsang und wurde bald von meinem damaligen Satsangleher Samarpan ausgesendet, selbst Satsang zu geben.

Das tat meiner Beziehung zu Lame Deer, mit dem ich darüber gesprochen hatte, aber keinen Abbruch und dafür liebte ich ihn umso mehr.
Lame Deer arbeitete mit seinen Schülern gerne über Träume.
Er hatte viel Sinn für Humor.
Wenn wir alle von ihm geträumt hatten, konnte es auch sein, dass ein Spendenaufruf für die Lakota ins Haus stand….

Ähnlich, aber intensiver als zuvor war es auch in jener Nacht. Ich hatte im Schlaf eine deutliche Erscheinung von Lame Deer.
Er stand auf einer blühenden Wiese und lächelte mich an. Erstaunlich war, dass sein Körper viel jünger war, als ich ihn je gekannt hatte.
Er lächelte mich lange an, so dass es durch Mark und Bein ging und dann sprach er: „Be happy“ Danach verschwand er ganz langsam, löste sich einfach auf, bis er weg war.
Ich wachte beschenkt mit einem Lächeln auf und dachte noch spitzbübisch, wofür sollen wir denn heute spenden….
Dann kam ein Anruf von einem Freund, dass Archie unerwartet gestorben war.
Der Schmerz schien unerträglich, ich weinte noch lange.
Für mich hatte eine schwere Zeit begonnen, denn kurz darauf wurde ich sehr krank für mehrere Jahre. Aber sein „Be happy“ habe ich nie vergessen.
Ich sehe ihn jeden Tag, denn sein Bild steht auf meinem Nachtschrank und irgendwie ist er noch bei mir.
Ich bin froh und dankbar, dass mein Körper mir seit einiger Zeit wieder erlaubt, in Schwitzhütten zu sein und gerne gebe ich Euch weiter, was ich von meinen Lehrern bekommen habe.

How Mitakuje Ojasin    für alle meine Verwandten

 

Alle Informationen über Schwitzhütte findest Du hier:

Schwitzhütte
Was ist eine Schwitzhütte
Kosten und mitzubringen
Begenung mit Lame Deer
Termine und Anmeldung
Ausbildung zum Schwitzhüttenleiter

Lame Deer und Maria 1997

Lame Deer und Maria 1997

 

 

 

newspaper templates - theme rewards